"Also, wenn der wirklich gut wäre, hätte der doch einen Job, oder?"
Erst neulich wieder gehört…
Arbeitslosigkeit ist ein Stigma.
Arbeitslosigkeit gilt als Makel.
Ist einer arbeitslos, ist doch auch eigentlich schon alles über ihn gesagt.
Der will nicht arbeiten.
Der kann nicht arbeiten.
Der hat was falsch gemacht.
Eines wissen wir ganz sicher: Mit dem stimmt etwas nicht.
Und so passiert es, immer und immer wieder, dass wir Menschen ob gewollt oder ungewollt abwerten.
Dieses “arbeitslos” passt nicht in unsere vermeintlich vom Erfolg getriebene Gesellschaft.
Wir projizieren eine Schuldigkeit auf jene, die ohne Job da stehen und wissen:
"Also, wenn der was auf dem Kasten hätte, ey dann hätte der doch einen Job!"
Abgestempelt und aussortiert.
Der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt wird künstlich verkompliziert.
Denn "so Einen" will man dann natürlich auch nicht einstellen.
Ja aber warum denn nicht?
Die Vorteile doch klar liegen auf der Hand:
Der Mensch sucht aktiv einen Job
Der Mensch will arbeiten
Der Mensch hat sich bewusst beworben
Der Mensch ist direkt verfügbar
Allein vier Argumente, warum wir hier nicht lange fackeln sollten statt in Schubladen zu denken.
Auf uns warten Chancen Stellen zu besetzen.
Und bevor du das nächste Mal denkst:
„Wenn der gut wär, hätte er doch nen Job“ denk einfach mal drüber nach, wie viele Unternehmen gerade hunderte und sogar tausende Menschen entlassen.
Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass das alles Idioten sind, oder?