Weise Tendenz – Die Kunst des Weniger
Wenn eine Hitzewelle und die Weisheit des Alters zum selben Schluss kommen
Die Hitzewelle brachte den Anstoß. Doch was Klaus Huber in der darauffolgenden Nacht zu Papier brachte, reicht weit über das Wetter hinaus. „Wenn ich nichts zu sagen habe, halte ich den Mund", sagt er. Und wenn er etwas zu sagen hat, wird daraus ein Gedicht:
Weise Tendenz
Bislang tendieren wir zum Guten,
um sich nur das noch zuzumuten,
was wir im Augenblick verkraften,
jedoch – trotz Willens – nicht mehr schafften.
Klug gilt es nun, das auszuwählen,
wobei wir – mühend – uns nicht quälen.
Von Überforderung befreit
genießen wir geschenkte Zeit.
Termine absagen, Pflichten abgeben, sich selbst nicht mehr quälen – was in jüngeren Jahren als Schwäche gelten mag, ist in Wahrheit ein Zeichen von Weisheit. Wer mit bald 80 Jahren den Mut hat, „Nein" zu sagen, schenkt sich das Kostbarste: Zeit. Geschenkte Zeit, wie Klaus Huber sie nennt. Nicht erkämpft, nicht verdient – geschenkt.
genießen wir geschenkte Zeit.