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Sonne, Hitze und Wunden: Warum UV-Strahlung fĂŒr Narben und offene Wunden gefĂ€hrlich ist

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Sonne, Hitze und Wunden: Warum UV-Strahlung fĂŒr Narben und offene Wunden gefĂ€hrlich ist

 

Bildnachweis: Ki generiert

Im Hochsommer lauert eine unterschÀtzte Gefahr - und die kommt von oben.

Sonne tut gut - aber nicht ĂŒberall. FĂŒr frische Narben und chronische Wunden kann UV-Strahlung den Heilungsprozess dauerhaft schĂ€digen. Michael Schmidt erklĂ€rt, was Patienten im Hochsommer unbedingt wissen sollten.

Offenburg, apg: August in der Ortenau. Die Sonne steht hoch, die Temperaturen klettern, und wer kann, verbringt so viel Zeit wie möglich draussen. Sonnenlicht hebt die Stimmung, liefert wichtiges Vitamin D und tut dem Körper auf vielfĂ€ltige Weise gut. Und doch gibt es eine Patientengruppe, die im Hochsommer besonders achtsam sein muss: Menschen mit chronischen Wunden, frisch verheilten Hautstellen oder Narben. Michael Schmidt von der Schmidt Wundberatung in Offenburg kennt das Problem aus der tĂ€glichen Praxis: „UV-Strahlung ist einer der am meisten unterschĂ€tzten Risikofaktoren in der Nachversorgung. Wir reden immer ĂŒber VerbĂ€nde und Keime - aber ĂŒber die Sonne viel zu selten.“

Was UV-Strahlung mit Wunden und Narben macht

Frisch verheilte Haut und junge Narben sind biologisch noch nicht vollstĂ€ndig ausgereift. Sie haben weder die Pigmentierung noch die schĂŒtzenden Strukturen normaler, gesunder Haut. Das macht sie extrem anfĂ€llig fĂŒr UV-SchĂ€den.

Konkrete Folgen bei zu viel Sonne:

â€ș Dauerhafte VerfĂ€rbungen: Frische Narben, die ungeschĂŒtzt der Sonne ausgesetzt werden, können sich dauerhaft dunkel verfĂ€rben - eine sogenannte Hyperpigmentierung, die sich kaum rĂŒckgĂ€ngig machen lĂ€sst.

â€ș Verzögerte Heilung: UV-Strahlung löst EntzĂŒndungsreaktionen in der Haut aus. Bei einer Wunde, die sich im Heilungsprozess befindet, kann das den Fortschritt erheblich bremsen.

â€ș GewebeschĂ€den: Intensive Sonneneinstrahlung schĂ€digt das zarte neue Gewebe, das sich in einer heilenden Wunde aufbaut. Das empfindliche KollagengerĂŒst kann dauerhaft beeintrĂ€chtigt werden.

â€ș Erhöhtes Infektionsrisiko: Durch UV-bedingte EntzĂŒndungen wird das lokale Immungeschehen gestört - was Keimen einen leichteren Eintritt ermöglicht.

Besonders gefÀhrdet: Diese Patientengruppen

Nicht jede Wunde reagiert gleich auf Sonnenstrahlen. Besonders vorsichtig sollten sein:

â€ș Patienten mit frisch verheilten Operationswunden oder Hauttransplantaten

â€ș Menschen mit Ulcus Cruris in der Abheilungsphase

â€ș Diabetiker mit abheilenden Fusswunden

â€ș Patienten nach Verbrennungen oder VerĂ€tzungen

â€ș Alle, deren Wunden weniger als zwölf Monate alt sind

„Eine Faustregel: Solange eine Narbe noch rosa oder rötlich ist, ist sie nicht reif fĂŒr die Sonne.“

„Das gilt auch dann, wenn sie Ă€usserlich bereits geschlossen aussieht.“ - Michael Schmidt

Praktische Schutzmassnahmen fĂŒr den Hochsommer

Der beste Schutz ist Abdeckung. Was nicht bestrahlt werden kann, kann nicht geschÀdigt werden.

Kleidung als erster Schutzwall: Leichte, aber deckende Kleidung aus dicht gewebten Stoffen schĂŒtzt Wunden und Narben zuverlĂ€ssig vor UV-Strahlung. Lange Hosen, leichte Hemden mit langen Ärmeln oder spezielle UV-Schutzkleidung sind die erste Wahl.

Sonnencreme - aber mit Bedacht: Auf intakte, verheilte Narben kann ein hoher Lichtschutzfaktor (LSF 50+) aufgetragen werden. Auf offene oder noch nicht vollstĂ€ndig geschlossene Wunden gehört keine Sonnencreme. „Fragen Sie uns immer vorher, was in Ihrer individuellen Situation sinnvoll ist“, rĂ€t Michael Schmidt.

Schatten suchen: Zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Belastung am höchsten. Diese Stunden sollten Patienten mit empfindlichen Wunden möglichst im Schatten oder drinnen verbringen.

VerbĂ€nde nicht entfernen: Manche Patienten legen ihren Verband fĂŒr einen Sonnenausflug ab, weil sie „auch mal Luft an die Wunde lassen“ wollen. Das ist im Hochsommer besonders riskant. Der Verband schĂŒtzt nicht nur vor Keimen, sondern auch vor direkter Sonnenstrahlung.

Was viele nicht wissen: Auch Hitze allein schadet

Selbst im Schatten kann intensive Hitze Probleme bereiten. Hohe Temperaturen fördern die Schweissbildung unter VerbĂ€nden und Kompressionsversorgungen, was wir bereits im Juni ausfĂŒhrlich besprochen haben. Hinzu kommt: Bei Hitze erweitern sich die GefĂ€sse, der Blutdruck sinkt, und der Körper arbeitet auf Hochtouren, um die Temperatur zu regulieren. Ressourcen, die eigentlich der Wundheilung zugutekĂ€men, werden so umgelenkt.

„Der August ist medizinisch betrachtet ein Hochleistungsmonat fĂŒr den Körper“, sagt Michael Schmidt. „Umso wichtiger, dass Wunden jetzt konsequent versorgt und geschĂŒtzt werden.“

Nach dem Urlaub: Wunde kontrollieren lassen

Wer im Juli verreist war und nun zurĂŒckkehrt, sollte zeitnah einen Kontrolltermin vereinbaren. VerĂ€nderungen durch Hitze, andere WasserqualitĂ€t, ungewohnte Bewegung oder verĂ€nderte ErnĂ€hrung können sich auf den Wundzustand ausgewirkt haben. Die Schmidt Wundberatung prĂŒft, dokumentiert und passt den Therapieplan, wenn nötig, an.

„Wir freuen uns, wenn unsere Patienten erholt zurĂŒckkommen“, schmunzelt Michael Schmidt. „Und wir schauen dann gemeinsam, wie es der Wunde in der Zeit ergangen ist.“

Fazit: Den Sommer geniessen - mit Weitblick

Sonne, WĂ€rme und lange Abende in der Ortenau - das ist das Schönste an August. Mit dem richtigen Schutz fĂŒr Wunden und Narben mĂŒssen Patienten auf all das nicht verzichten. Es braucht ein wenig mehr Planung und Aufmerksamkeit - aber die lohnt sich.

Haben Sie Fragen zu Sonnenschutz, Verbandsmaterial im Sommer oder möchten Sie nach dem Urlaub einen Kontrolltermin vereinbaren? Wir sind fĂŒr Sie da.

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Adresse Am GĂŒterbahnhof 1a, 77652 Offenburg
Kontakt PLATZHALTER: Telefon, E-Mail und Website bitte ergÀnzen

„Die Sonne ist kein Feind - aber fĂŒr frische Wunden und Narben braucht es ein bisschen Respekt ihr gegenĂŒber.“ - Michael Schmidt

Kurz zusammengefasste FAQ

Warum ist UV-Strahlung fĂŒr Narben und Wunden gefĂ€hrlich?

Frisch verheilte Haut und junge Narben haben weder die Pigmentierung noch die schĂŒtzenden Strukturen gesunder Haut. Die Folgen von zu viel Sonne reichen von dauerhaften VerfĂ€rbungen (Hyperpigmentierung) ĂŒber verzögerte Heilung und GewebeschĂ€den bis zu einem erhöhten Infektionsrisiko.


Wie lange muss eine Narbe vor Sonne geschĂŒtzt werden?

Als Faustregel gilt: Solange eine Narbe noch rosa oder rötlich ist, ist sie nicht reif fĂŒr die Sonne - auch wenn sie Ă€usserlich bereits geschlossen aussieht. Besonders vorsichtig sollten alle sein, deren Wunden weniger als zwölf Monate alt sind.


Darf Sonnencreme auf eine Wunde oder Narbe?

Auf intakte, verheilte Narben kann ein hoher Lichtschutzfaktor (LSF 50+) aufgetragen werden. Auf offene oder noch nicht vollstÀndig geschlossene Wunden gehört keine Sonnencreme. Im Zweifel vorher in der Wundberatung nachfragen.


Welche Patientengruppen sind besonders gefÀhrdet?

Patienten mit frisch verheilten Operationswunden oder Hauttransplantaten, Menschen mit Ulcus Cruris in der Abheilungsphase, Diabetiker mit abheilenden Fusswunden sowie Patienten nach Verbrennungen oder VerÀtzungen.


Warum ist auch Hitze ohne direkte Sonne ein Problem?

Hohe Temperaturen fördern die Schweissbildung unter VerbÀnden und Kompressionsversorgungen. Zudem erweitern sich bei Hitze die GefÀsse, der Blutdruck sinkt, und der Körper lenkt Ressourcen in die Temperaturregulierung, die sonst der Wundheilung zugutekÀmen.

Quelle: Schmidt Wundberatung Offenburg / Regio-Ortenau.de [apg]