Klaus Huber: Denkproblem
Wenn der Verstand an seine Grenzen stößt – Ein lyrischer Blick auf die „Quadratur des Kreises“
Das Rätsel der Logik
Wir alle kennen jene Momente, in denen wir vor einem Problem stehen, das uns unlösbar erscheint – wie die sprichwörtliche „Quadratur des Kreises“. Wir grübeln, analysieren und suchen nach komplizierten Auswegen, während die Lösung vielleicht direkt vor unseren Augen liegt. Klaus Huber hat diese menschliche Erfahrung in gewohnt tiefgründige Verse gefasst:
Denkproblem
In der Quadratur des Kreises
– scheinbar scharfer Geist, er weiß es
bislang nicht, Rätsel zu lösen,
was erleichternd wohl gewesen.
Es ist ihm nicht aufgefallen,
dass bei den Versuchen – allen –
trotz so überlegten Wegen
manches ja so nah gelegen,
dass er nicht beizeiten fühlte,
was die größte Rolle spielte.
Und ihm wird erst langsam klar,
welcher Weg der beste war.
Zwischen Kopf und Herz
In diesem Gedicht steckt eine zeitlose Erkenntnis. Der „scharfe Geist“, auf den wir uns oft so viel einbilden, stößt an seine Grenzen, wenn er versucht, das Leben rein rational zu bezwingen. Huber deutet an, dass die reine Logik oft blind macht für das, was „nah gelegen“ ist.
das uns den besten Weg weist.
Eine Lehre für die „laute Zeit“
Gerade in unserer heutigen Welt, in der wir glauben, für alles einen Algorithmus finden zu müssen, wirkt Hubers Gedicht wie ein sanftes Korrektiv. Er lädt uns ein, den Druck der „überlegten Wege“ abzumildern und wieder mehr auf das zu achten, was wir „beizeiten fühlen“. Es ist die Weisheit des Alters, die uns hier zuruft: Die Erlösung liegt oft im Einfachen, im Nahen, im Menschlichen.