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Tragen statt Schieben: Was Babys wirklich brauchen

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Nadja Meffert Hebamme

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Tragen statt Schieben: Was Babys wirklich brauchen

 

Über krumme Beine, skeptische Orthopäden und eine Hebamme, die weiss, warum Nähe keine „Verwöhnung" ist.

Lena stand im Babyfachgeschäft und war verwirrt. Vor ihr hingen zwölf verschiedene Tragehilfen, hinter ihr stand ihre Mutter mit verschränkten Armen. „Das Kind bekommt krumme Beine davon. Das hat man schon immer gesagt."

Am Tag zuvor hatte ihr Orthopäde gemeint: „Tragen Sie das Kind nicht zu viel, das belastet Ihren Rücken."

Und jetzt sass Lena bei Nadja und wusste nicht mehr, wem sie glauben sollte.

„Dein Baby weiss es schon"

Nadja nahm den kleinen Paul auf den Arm und legte ihn sich an die Brust. Er wurde sofort ruhig. „Schau ihn an", sagte sie. „Siehst Du, wie er die Beine anzieht? Diese Anhock-Spreiz-Haltung ist seine natürliche Position. Die hat er neun Monate im Bauch geübt. Und genau die nimmt er ein, wenn Du ihn trägst."

Sie sprach ruhig weiter: „Die Geschichte mit den krummen Beinen ist ein Mythos, der sich hartnäckig hält. In Wahrheit ist es genau umgekehrt: Die Anhock-Spreiz-Haltung beim Tragen fördert die gesunde Entwicklung des Hüftgelenks. Kinderorthopäden empfehlen sie sogar bei Hüftdysplasie."

Was Tragen wirklich bedeutet

Lena fragte: „Aber verwöhne ich ihn nicht, wenn ich ihn den ganzen Tag trage?"

„Ein Baby verwöhnen - das geht nicht. Was Du tust, wenn Du ihn trägst, ist ihm zeigen: Ich bin da. Du bist sicher. Die Welt ist in Ordnung. Das ist kein Luxus, das ist ein Grundbedürfnis."

Sie erklärte: „Menschen sind Traglinge. Keine Nesthocker wie Mäuse und keine Nestflüchter wie Pferde. Unsere Babys sind darauf angelegt, getragen zu werden. Ihr Greifreflex, ihr Bedürfnis nach Körperkontakt, ihr Beruhigungsreflex bei Bewegung - alles deutet darauf hin."

Tuch oder Trage?

„Und was nehme ich jetzt?", fragte Lena und dachte an die zwölf Modelle im Laden.

Nadja war pragmatisch: „Es gibt kein Richtig oder Falsch. Es gibt nur das, was für Dich und Paul passt."

Das Tragetuch ist flexibel und anpassungsfähig, benötigt aber etwas Übung beim Binden. Perfekt für Neugeborene, weil es sich dem kleinen Körper wie eine zweite Haut anschmiegt.

Die Fertigtrage ist schneller angelegt und praktisch im Alltag. Achte darauf, dass sie die Anhock-Spreiz-Haltung unterstützt und der Steg breit genug ist.

Nadjas Rat: „Komm vorbei, probier verschiedene Varianten aus. Dein Körper und Paul zeigen Dir, was sich richtig anfühlt."

Und der Rücken?

„Mein Orthopäde sagte, mein Rücken..."

Nadja unterbrach sanft: „Ein gut gebundenes Tuch oder eine ergonomische Trage verteilt das Gewicht gleichmässig. Viele Mütter berichten, dass ihr Rücken beim Tragen weniger schmerzt als beim ständigen Heben und Ablegen. Aber natürlich: Hör auf Deinen Körper. Wenn es weh tut, stimmt etwas an der Bindeweise nicht."

Der Kinderwagen darf bleiben

„Heisst das, ich benötige keinen Kinderwagen?", fragte Lena.

„Doch, natürlich", lachte Nadja. „Der Kinderwagen ist kein Feind. Für längere Spaziergänge, Einkäufe oder wenn Du selbst eine Pause brauchst, ist er wunderbar. Tragen und Schieben schliessen sich nicht aus. Mach es so, wie es Euch guttut."

Drei Wochen später

Lena trug Paul im Tuch über den Wochenmarkt. Er schlief friedlich an ihrer Brust. Ihre Mutter lief neben ihr und sagte nichts mehr über krumme Beine. Stattdessen: „Er sieht zufrieden aus."

„Ist er auch", sagte Lena. „Und ich auch."

Trägst Du Dein Baby oder überlegst Du noch? Es gibt kein Muss - aber es gibt eine Einladung. Probiere es aus. Lass Dich von Deiner Hebamme beraten. Und vertraue darauf: Nähe ist nie falsch.