Fotos: © GENA Massivholz Manufaktur
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#RegioGesprĂ€ch: Wie ein IT-Vertriebler im Nordracher Schwarzwald zum Botschafter fĂŒr Massivholz aus der Heimat wurde
Vor wenigen Monaten verkaufte er noch IT-ServicevertrĂ€ge. Heute klingelt Elian Volk an HaustĂŒren in der Ortenau und erzĂ€hlt von Thermoholz und Möbeln, die Generationen ĂŒberdauern sollen. Ein GesprĂ€ch ĂŒber Mut, Menschlichkeit und ein âGâ auf dem Tisch.
Oktober 2026, Nordrach, apg. Punkt elf Uhr meldet sich Elian Volk. Eigentlich wollte er gerade bei einem Neukunden klingeln, nun setzt er sich fĂŒr das GesprĂ€ch ins Auto. Als Vertriebsleiter der GENA Massivholz Manufaktur in Nordrach geht der 26-JĂ€hrige dorthin, wo die Menschen sind, bisweilen auch ganz klassisch von HaustĂŒr zu HaustĂŒr.
In jĂŒngster Vergangenheit sah sein Alltag noch anders aus: Volk ist gelernter IT-Vertriebler und schloss seine Ausbildung bei der Leitwerk in Appenweier im Juli ab. Dort sei âalles in Einsen und Nullen abgebildetâ gewesen, sagt er. Als Hobbyfotograf zog es ihn zu Menschen und Bildern.
Das fĂŒhrte ihn zu GENA. Daniel GieĂler, Inhaber der Manufaktur und Freund aus Jugendtagen, hatte aus dem Holz seines Hofs Möbel gebaut und suchte jemanden, der sie fotografiert. Beim zweiten Shooting auf dem Hof zeigte er ihm Betrieb und Wald. âDa war ich natĂŒrlich mega ĂŒberwĂ€ltigtâ, erinnert sich Volk. Bald fragte GieĂler, ob er den Vertrieb ĂŒbernehmen wolle.
Ganz ohne Risiko war das nicht. Neben der Ausbildung betreute Volk abends, manchmal bis Mitternacht, LinkedIn und Instagram fĂŒr GENA. Direkt nach dem Abschluss wechselte er, âdas gröĂte Risikoâ, sagt er, denn im Ausbildungsbetrieb hĂ€tte er eine feste Abteilung gehabt. Seitdem ergĂ€nzen sich die beiden: GieĂler kĂŒmmert sich ums Handwerk, Volk ums KaufmĂ€nnische. SpĂ€ter soll er als Gesellschafter einsteigen.
FrĂŒher firmierte alles unter dem Namen Hermeshof, erzĂ€hlt Volk: Forstarbeit, Ferienwohnung und anfangs auch die Möbel. Weil das nicht mehr recht zusammenpasste, entstand Ende 2025 die Marke GENA; der Hermeshof besteht weiter. Das G stehe fĂŒr Generationen, E fĂŒr Evolution, N fĂŒr Natur, A fĂŒr Aura. âJeder Baum hat seinen eigenen Charakterâ, sagt Volk.
âBĂ€ume sind HeiligtĂŒmer. Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiĂ, der erfĂ€hrt die Wahrheitâ, schrieb Hermann Hesse 1918. Bei GENA kann man das fast wörtlich nehmen: Kunden dĂŒrfen sich auf dem Hof einen Stamm aussuchen, aus dem spĂ€ter ihr Tisch entsteht. GieĂler erklĂ€rt dabei, warum ein Baum gefĂ€llt werden muss, damit junge BĂ€ume Licht bekommen. âWenn man sich einen Tisch im MöbelgeschĂ€ft kauft, wird das kein Mensch rauskriegen, auĂer man kauft ihn bei unsâ, sagt Volk.
âș GENA Massivholz Manufaktur, Schottenhöfen 13, 77787 Nordrach; Inhaber: Daniel GieĂler.
âș Die Marke GENA entstand Ende 2025, der Hermeshof besteht weiter.
âș Vier Bereiche: Living, Outdoor, Unikate, Vision.
âș Das Holz stammt laut GENA aus dem Schwarzwald, gröĂtenteils von eigenen WaldgrundstĂŒcken.
âș Thermoholz wird laut GENA bei 180 bis ĂŒber 200 Grad unter Wasserdampf und ohne Chemie behandelt.
âș Team laut Volk: fĂŒnf VollzeitkrĂ€fte, zwei Minijobber auf Abruf.
Der Durchbruch kam ĂŒber LinkedIn: Der Europa-Park suchte nach Volks Schilderung eine Lounge aus Holz mit Polstern. GENA bekam den Auftrag im FrĂŒhjahr 2026 und setzte auf Thermoholz, das lĂ€nger hĂ€lt, und auf eine indirekte Verschraubung, damit keine Schrauben zu sehen sind.
Thermoholz, erklĂ€rt Volk, nimmt kaum noch Wasser auf und ist leichter, aber spröder als normales Holz. Deshalb braucht es eine stabile Unterkonstruktion. ZunĂ€chst kaufte GENA es zu. Heute wird das Holz im Schwarzwald gefĂ€llt und gesĂ€gt und thermisch veredelt. Zum Transportweg: Teakholz legt nach Volks Rechnung rund 12.000 Kilometer zurĂŒck, das GENA-Holz rund 600, âim MaĂstab ein auf einen Meter ausgeklappter Zollstock im Vergleich zu einem Streichholzâ. Die wasserfesten Polster stammen aus einem Betrieb in Zell am Harmersbach, keine China-Ware, betont er.
Warum ein Massivholztisch mehr ist als ein MöbelstĂŒck, beschreibt Volk so: Er erlebt Weihnachtsfeste und Familienfeiern und geht irgendwann an die nĂ€chste Generation. Das erinnert an Goethe: âWas du ererbt von deinen VĂ€tern hast, erwirb es, um es zu besitzen.â Auf der Messe stand ein Nussbaum, nach Volks Angabe 270 Jahre alt. Einen Tisch daraus wegzuschmeiĂen, sagt er, wĂ€re, âals wĂŒrde man ein StĂŒck Geschichte wegwerfenâ.
Neu ist bei GENA die Taktik, persönlich an HaustĂŒren zu klingeln statt Flyer zu verteilen. Auf der Oberrheinmesse hing ein Banner mit â77787 Nordrachâ; viele Besucher hĂ€tten gesagt, von GENA noch nie gehört zu haben. Das soll sich Ă€ndern. âBlack Forest ist international ein Wortâ, sagt Volk, der bei einer USA-Reise erste Kontakte knĂŒpfte. Export sei ein Ziel fĂŒr spĂ€ter.
Heimat ist fĂŒr Volk mehr als ein Verkaufsargument. Er wurde in Gengenbach geboren, geht mit seinem Hund im Wald spazieren und kickt in der Reserve in Unterharmersbach. âWir verkaufen es nicht nur, sondern wir leben es auchâ, sagt er. Mit einem Megafon wĂŒrde er rufen, man solle trotz grauer Zeiten âdie Menschlichkeit nicht verlierenâ und âimmer ein LĂ€cheln im Gesichtâ haben: âWir haben hier so einen schönen Fleck.â
Wer Elian Volk und GENA erleben möchte, geht am besten den persönlichen Weg: zuerst gern per Telefon oder E-Mail, danach zu Hause bei den Kunden oder auf dem Hof.
Volks Wunsch: Wer Möbel sucht, soll sich zuerst bei GENA erkundigen. Das gebrandete âGâ soll auf möglichst vielen Tischen der Region stehen, Tischen, die Geschichten erzĂ€hlen.
| Betrieb | GENA Massivholz Manufaktur |
| Adresse | Schottenhöfen 13, 77787 Nordrach |
| Telefon | 0151 16793742 |
| info@gena-design.de | |
| Website | www.gena-design.de |
Wer ist Elian Volk?
Der 26-jĂ€hrige Vertriebsleiter der GENA Massivholz Manufaktur in Nordrach. Er ist gelernter IT-Vertriebler und kam ĂŒber die Fotografie zu GENA.
Was macht die GENA Massivholz Manufaktur?
Sie baut Möbel aus Massivholz und Thermoholz in vier Bereichen: Living, Outdoor, Unikate und Vision. Inhaber ist Daniel GieĂler.
Woher kommt der Name GENA?
Die Buchstaben stehen fĂŒr Generationen, Evolution, Natur und Aura. Die Marke entstand Ende 2025 aus dem Hermeshof.
Kann man sich das Holz fĂŒr seinen Tisch aussuchen?
Ja, Kunden dĂŒrfen sich auf dem Hof einen Stamm aussuchen, aus dem spĂ€ter ihr Tisch entsteht.
Wie erreicht man GENA?
GENA Massivholz Manufaktur, Schottenhöfen 13, 77787 Nordrach, Telefon 0151 16793742, E-Mail info@gena-design.de, www.gena-design.de.
Text: apg.